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Stimmgewaltig: Tijl Corremans, Jan Vannot, Harald van Beeck, Jo Annemans, Jan Coesemans und Jean-Pierre Bodson (v. l.) begeisterten. (Bild: Corina Tobler)

GOLDACH. Die belgische A-cappella-Gruppe Voice Male sorgte bei Kultur i de Aula für einen Saisonstart nach Mass. Mit hochstehendem Gesang quer durch die Filmmusik und charmantem Auftreten überzeugte sie das Publikum.

CORINA TOBLER

Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt, als die sechs Sänger von Voice Male die 18. Saison von Kultur i de Aula eröffneten. Sie legten sogleich mit «Video Killed The Radio Star» los – a cappella, wie dies beim ersten Konzert in der Aula Tradition ist. Dass die Organisatoren mit den Antwerpenern einen Volltreffer gelandet hatten, zeigte sich sofort: Sie benötigten gerade mal die Dauer dieses ersten Songs, um das Publikum zu gewinnen und zum Mitklatschen zu bewegen.

«Lion King» bis «Billie Jean»

Zusammengefunden hatten Tijl Corremans, Jean-Pierre Bodson, Jan Vannot, Jan Coesemans, Harald van Beeck und Jo Annemans vor Jahren in einem Kirchenchor. Seither haben sie zunächst unter den Fittichen von Sony und später auf eigene Faust mehrere CDs produziert. Zurzeit sind sie mit dem Programm «At The Movies» unterwegs, in dem sie A-cappella-Versionen von Filmsongs mit Szenen auf der Leinwand kombinieren. In Goldach präsentierten sie stattdessen unter dem Motto «A Cappella Never Dies» einen vom Kino inspirierten Querschnitt durch ihr Repertoire. Von Charthits aus den 70ern bis heute über Reggae, ein Disney-Film-Medley bis hin zu französischen und flämischen Liedern war alles vertreten.

Stimmlich stach besonders Tijl Corremans heraus, etwa bei der gelungenen und täuschend instrumental klingenden Version von Michael Jacksons Hit «Billie Jean». Auch Bass Jo Annemans und Jean-Pierre Bodson wussten mit Stimmgewalt, aber auch mit ihrem Sinn für Humor und ihren Deutschkenntnissen zu beeindrucken.

Das Publikum singt mit

Wie gut Voice Male als Ganzes harmonieren, zeigte sich bei den gewagteren Stücken, allen voran bei Filmkomponist Ennio Morricones «Mann mit der Harmonika», wohl kaum je als A-cappella-Version dargeboten. Das Publikum reagierte mit begeistertem Applaus auf die schaurig-schöne Nummer. Nur mit Klatschen, wozu es reichlich Gelegenheit gab, war es für die Zuhörer allerdings nicht getan. Eine Stimme haben schliesslich alle im Saal, scheinen sich Voice Male gedacht zu haben. So animierten sie die Leute kurzerhand zum Mitsingen, ehe sie dann mit «Footloose», «Lady Marmelade» und «Hot Stuff» das Stimmungsbarometer noch einmal in die Höhe trieben. Mit einer lautstark geforderten Zugabe liessen sie dann den Abend ausklingen.

Alle Kulturpässe verkauft

Nicht nur das Publikum, sondern auch das Kultur-Team, das mit Georg und Barbara Göggel zwei neue Mitglieder erhalten hat, freute sich über den gelungenen Saisonauftakt. «Wir sind rundum zufrieden: Alle 400 Kulturpässe gingen im Vorverkauf weg, und dass der Saal heute ausverkauft war, ist ein schönes Kompliment», sagte Programmchef Werner Stuber. Die Vorzeichen für eine erfolgreiche 18. Saison für Kultur i de Aula stimmen also.