Frontalangriff auf die Männer
Heilwig Pfanzelter bei Kultur i de Aula. Bild: cot
GOLDACH. Am Wochenende war Heilwig Pfanzelter bei Kultur i de Aula zu Gast. Mit ihrem Programm «Männer…haben auch ihr Gutes» vermochte sie allerdings trotz Wortgewandtheit nicht zu überzeugen.
Corina Tobler
Nach dem heiter-bissigen Saisonauftakt mit Heinz de Specht betrat an diesem Wochenende mit der Österreicherin Heilwig Pfanzelter eine Frau die Aula-Bühne, die mittlerweile schon zehn Soloprogramme auf die Beine gestellt hat. In Goldach war die ausgebildete Schauspielerin unter dem Titel «Männer…haben auch ihr Gutes» zu Gast.
Eigene Talkshow inszeniert
Darin bekam Pfanzelter den Auftrag für ihre eigene TV-Talkshow «Bei Heilwig» – natürlich zum Thema «Männer». Mit den eingeladenen Gästen, in deren Haut sie gleich selber schlüpfte, hatte sie als Moderatorin allerdings ihre liebe Mühe. Männer-Hasserin Margot aus Salzburg fand, zu dem Thema gäbe es nichts zu sagen, die seit 24 Jahren verheiratete Edith aus Wien gab nur die Ansichten ihres Mannes wieder, während die junge Karolin über Männer und Liebe noch gar nichts zu erzählen wusste.
Demzufolge wurde in der Talkshow eher wenig geredet. Die wenigen Aussagen, die Pfanzelter in der Person ihrer Gäste (in präzisem Dialekt der jeweiligen Herkunftsregion) machte, verarbeitete sie in Chansons, die mal heiter, mal traurig klangen, und deren Inhalt im amüsanten bis bissigen Tonfall auf die Männer zielte. Die Reaktion des Publikums in der Aula blieb aber äusserst verhalten. Hin und wieder huschte ein Schmunzeln über die Gesichter oder ein verhaltenes Lachen ertönte, doch die meisten Pointen verfehlten ihre Wirkung.
Klischeehaft und wenig originell
Die Künstlerin bewies zwar, dass sie über Wortgewandtheit verfügt, aber zum ohnehin schon sehr abgegriffenen Thema fiel ihr kaum etwas Neues mehr ein. Stattdessen behalf sie sich mit bekannten Klischees. Die Mehrheit ihres Programms verkam so zu einem (fast schon verbitterten) Frontalangriff auf die Männerwelt, in dem Überraschungen weitgehend fehlten. Nach der Pause, als sie in melancholischen Liedern den Trennungsschmerz und die Suche nach ihrem Traummann thematisierte, blieb die Darbietung eher flach – abgesehen von Pianist Otmar Binder, der mit einfühlsamen, kreativen Begleitungen beeindruckte.
Versöhnliches Ende
Gemäss der Überschrift ihres Programms kam Pfanzelter am Ende zur Einsicht, dass Männer das Leben einer Frau doch bereichern und beschenkte die Männer im Publikum mit Schokolade. Die positive Wendung und die lebhaften Chansons, die den Abend beschlossen, sorgten für einen warmen Schlussapplaus in der Aula, die einmal mehr sehr gut besetzt war. Dass die künstlerische Darbietung dieses Prädikat trotz ihrer Professionalität für einmal nicht verdiente, zeugt vom hohen Niveau, für das Kultur i de Aula mittlerweile steht.

