Vom Affen zum Sperma und einmal zurück
Der Goldacher Kabarettist hat für sein Programm «ConFusion» nicht nur mit den Musikern Marina Lachauer, Simon Noger und Sämi Peter fusioniert, sondern hat Wilhelm Busch für einige Momente zurück ins Leben gebeamt. Weise Ratschläge vom alten Meister gepaart mit neuen humoristischen Versen zu aktuellen Themen plus Musikeinlagen verschmolzen am Moral und Gesellschaft, Liebe oder Geld, Busch hatte immer einen passenden Spruch parat. Das scheint der gemeinsame Nenner zwischen Bruno Zürcher und Wilhelm Busch zu sein, der immer wieder als gezeichnetes Selbstporträt im Schaukelstuhl erschien und Ratschläge aus dem Jenseits erteilte.
Mit Mani Matters «Hemmige» eröffnete der Kabarettist den Abend. Gerade noch rechtzeitig kam er, um zu erkennen, dass Hemmungen es sind, die den Menschen vom Schimpansen unterscheiden. Er belegte diese Behauptung nicht durch eine PowerPoint-Präsentation, sondern echte Zeitungsausschnitte. Madonna nackt, unsere drei Regierungsfrauen oder Pflanzen-Viagra, das bei den Menschen in die Hose ging, beim Stier aber die Post abgehen lässt. Eizellen und Spermien seien die älteste Fusion der Welt, und Wassermelonen, so behaupten US-Forscher, die reinsten Sexbomben. Und obwohl die SVP (Schweizerische Verhütungspartei) sich gegen die Lüftung des Samenbankgeheimnisses mit Händen und Füssen wehrt, liess dieses Thema Zürcher nicht mehr los. Buschs wiederholter Kommentar: «Vater werden ist nicht schwer, Vater sein umso mehr.»
Nach der Pause die Kehrtwendung zur Unterhaltung. Beruferaten war angesagt. Robert Lembke, Annette, Marianne sowie Hans Sachs, die Fliege, waren zufällig in der Aula anwesend und durften durch die Handbewegung der hohlen Hand einen Bankmanager erraten. Am Ende verblassten alle Probleme der Welt in der letzten Musikeinlage.
Rosmarie Lutz
