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Alles nur ein schöner Traum

Der Erzähler und Musikzauberer Alex Porter begeisterte in der Aula

Goldach. Eigentlich ist er Zauberer. Einer, der oft träumt und gerne darüber redet. Wie in der magisch-musikalischen Humoreske «Die irre Führung». Da ver-zaubert Porter Geschichten, besingt tragische Lieben, lässt die Zeit magisch schmelzen.

Rosmarie Lutz

Geheimnisvolle Flötentöne schleichen daher, lange bevor der Magier mit dem wilden Haar aus dem Dunkel tritt. «Wann ist jetzt?», beginnt er zu philosophieren, «wenn wir jetzt sagen, ist das Jetzt doch schon vorbei. Der Mensch im Jetzt ist immer in der Vergangenheit.» Alex Porter steht nahe beim Publikum, charmant lächelnd. Sofort verstrickt er sich in seiner Wortspielerei, was witzige Situationen schafft. Was ist er denn nun, Clown oder Zauberer? Er kramt ein verschlossenes Holzschächtelchen hervor. «Wer schafft es, dieses Schächteli bis zum Ende des Abends aufzubewahren, ohne es zu öffnen?» Also doch! Ein Magier.

Träume über Träume

Alex war mit sechzehn in der Stifti zum Hochbauzeichner, erzählt er. Abends widmete er sich seiner zweiten Ausbildung, dem Zaubern. Als Zauberlehrling des grossen Meisters Alfonso Bellini strebte er danach, dessen Becher-Zaubern zu erlernen. Bellini starb vorher, vermachte ihm ein paar Zauber-Utensilien, eins davon ist das schmucke Holzkästchen.

Eine Zuschauerin wagt es, dem Zauberer 100 Franken zu überlassen, eine andere unterschreibt auf einer Spielkarte. Mit Glaskugeln, Tüchern, Seilen und Schachteln wird gezaubert, Musik gemacht, gesungen, Pantomime gezeigt und werden Träume erzählt. Eigentlich ist das ganze Programm nur ein Traum, in dem Bellini und seine Assistentin Laila samt ihrer melancholischen Liebesgeschichte viel Raum einnehmen. Aber auch ein Arzt mit amüsantem Bündner Dialekt führt mit Alex Dialoge. Besonders witzig sind seine medizinischen Erklärungen und die Einblicke in den Bauch von Alex. Wohin verschwinden die vielen gelben Bälle, die Alex reihenweise verschluckt? Dickdarm, Dünndarm, und dann sieht man sie nicht mehr (denn sie sind im Blinddarm angelangt).

Zauberei als Kunstmix

Rasante und ruhige Phasen lösen sich im Programm ab, das einem Kunstmix gleicht. Der charmante Träumer, Magier und Erzähler zeigt seine musische Begabung genauso wie seinen goldenen Humor. Lachen, staunen und geniessen mit Alex Porter, dem Geschichten-Zauberer, Musik-Zauberer, Tai-Chi-Zauberer und Zauberdoktor.

Und die Hunderternote?

Das Publikum hatte geduldig mit angeschaut, wie die Banknote und die Spielkarte verbrannten und während des ganzen Abends verschwunden blieben. Aber da sich jeder Zauber einmal auflöst, jeder Traum ein Erwachen hat, tauchte alles wieder auf. Im wohlgehüteten Holzschächtelchen.

Die Zauberkunst hat Alex Porter bei John Casagrande, Hanspeter Birrer und Jim Cellini erlernt. Er beschäftigte sich mit Performance, Malerei, Stimmbildung und absolvierte zwei Jahre Mimenschule in Zürich.

 

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