Region lebenswerter gemacht
Der Carl-Stürm-Preis 2006 geht an Kultur i de Aula, die Keltischen Tage am Bodensee und an das Sandskulpturen-Festival
rorschach. Mit dem Preis, dotiert mit je 15 000 Franken, anerkennt die Carl-Stürm-Stiftung die kulturellen Leistungen der drei Kulturanbieter, mit denen sie «die Region Rorschach lebenswerter machen».
Andrea sterchi
Einmal im Jahr verleiht die Carl-Stürm-Stiftung einen Anerkennungs- und/oder einen Förderpreis, dotiert mit maximal 50 000 Franken. Mit ihm will die Stiftung die Leute dazu bewegen, sich für die Region und ihr Image einzusetzen. Rund hundert geladene Gäste, darunter Kantonsratspräsident Silvano Möckli, Regierungsrat Peter Schönenberger und Vertreter des kantonalen Amts für Kultur, wohnten gestern Nachmittag der zweiten Preisverleihung im Schloss Wartegg bei. «Die drei Preisträger haben wesentlich dazu beigetragen, die Region Rorschach lebenswerter zu machen», sagte Carl Felix Stürm, der Präsident der Stiftung. Die Wahl sei dem Stiftungsrat nicht leicht gefallen, hätten sie doch unter vielen hervorragenden kulturellen Leistungen auswählen müssen. «Entschieden haben wir uns für diese drei Preisträger nicht weil sie die beste Qualität bieten, sondern weil unserer Meinung nach ihre Leistungen eine besonders grosse und nachhaltige Ausstrahlung in die Region und weit darüber hinaus haben.»
Rorschach am Loch Constance
In ihrer Laudatio würdigte Stiftungsratsmitglied Susy Alge den Verdienst von Kora Wuthier. Vor 13 Jahren organisierte sie die ersten Keltischen Tage am Bodensee für ihre Schülerinnen und Schüler und für Freunde der Keltischen Harfe. Die Kombination aus Kursen – für Einsteiger, aber auch Fortgeschrittene – und Konzerten, Vorträgen oder Instrumentenvorstellungen von Harfenbauern zog immer mehr Teilnehmer an den Bodensee. «Heute ist Rorschach in der keltischen Musikszene ein Begriff, sie weiss wo es liegt – am Loch Constance», sagte Susy Alge. «Die Region Rorschach und die kulturelle Landschaft sind dank Kora Wuthier um einiges reicher.»
Kora Wuthier zeigte sich von der Ehrung überwältigt. Die Organisation bereite ihr immer wieder schlaflose Nächte, besonders da es für sie keine Defizitgarantie gebe. «Wichtig ist mir aber der Gedanke dahinter: gemeinsam etwas zu machen. Eltern, Grosseltern und Enkel spielen zusammen, genauso wie Profis und Amateure, ohne Dünkel.»
In der höchsten Liga
Ernst Buob zeichnete in seiner Ansprache die Geschichte von Kultur i de Aula nach. Was als Kulturveranstaltungen für die Goldacher Schülerinnen und Schüler begann, hat sich zu einer Kleinkunstbühne entwickelt, deren Namen weit über die Region hinaus bekannt ist. «Kultur i de Aula spielt heute in der gleichen Liga wie Zürich, Luzern oder Basel», sagte Buob. Mit dem Preis werde eine eindrückliche kulturelle Leistung honoriert. Zudem leiste Kultur i de Aula mit ihren Veranstaltungen einen Beitrag an das gesellschaftliche Leben in der Region.
Diese Würdigung gab Guido Schwalt an das gesamte Team von Kultur i de Aula weiter. «Anerkennung ist für uns immer, wenn die Besucher kommen und begeistert wieder gehen. Anerkennung ist für uns auch, wenn die Künstler gerne wieder kommen. Anerkennung ist aber auch dieser Abend, und dafür bedanke ich mich herzlich.»
Überwältigendes Echo
«Was bringt das Sandskulpturen-Festival unserer Region Rorschach?», fragte Stiftungsratsmitglied Peter Thoma. Und lieferte die Antwort prompt: erfreulich viele Besucher und ein überwältigend positives Echo, auch in den nationalen und internationalen Medien. «Das Sandskulpturen-Festival ist jedes Jahr von neuem attraktiv und endlos inspirierend. Es vermittelt kein elitäres Bild der Kunst, ist aber dennoch qualitativ hoch stehend», zählte Thoma weiter auf. «Es ist ein kleiner, aber feiner Erfolgsfaktor im Stadt- und Regionalmarketing.»
Sichtlich gerührt nahm Urs Koller den Preis entgegen. Eine Idee zu haben sei eines, sie auszuführen etwas anderes. Das Sandskulpturen-Festival bedinge eine grosse Teamarbeit. «Es ist wunderschön, so einen Preis zu erhalten. Er macht Freude, und diese Freude wollen wir euch gerne weitergeben.»
