Aus dem Tagblatt vom 30.10.2006: St. Galler Tagblatt AG
Mit Witz und Sex-Appeal
"Kultur i de Aula": Fulminanter Auftakt zur 12. Saison
mit Musikkabarett "String of Pearls"
GOLDACH. Die "Kultur i de Aula"-Saison wurde wie vor drei Jahren mit den "Pearls of String" eröffnet. Ein sicherer Wert mit drei stimmgewaltigen Damen und ihrem virtuosen Pianisten.
GISELA TOBLER
In seinem traditionellen Begrüssungswort zum Saisonauftakt hält sich Guido Schwalt kurz: "Die Kulturpässe sind bereits ausverkauft, aber für jede Vorstellung gibt es 41 Plätze im freien Verkauf." Dann wünscht er viel Vergnügen und gibt die Bühne frei für die oberbayrischen Perlen Julia von Miller, Ruth Kirchner, Kerstin Heiles und "Sir" Oliver Frank.
Alte Bekannte mit Neuem
"Pearls of String" sind sozusagen alte Bekannte, die schon vor drei Jahren in der Goldacher Aula gastierten. Diesmal fällt die "Aufwärmphase" weg; das Publikum geht aus Erfahrung davon aus, dass ihm ein aufregender Kabarettabend bevorsteht. Die drei stimmgewaltigen Damen geben sich zunächst eher hausbacken - das Programm nennt sich "There is no Place like Home2 -, erzählen von Kochrezepten ("Bekannt wurden wir mit der Tupperware-Hymne") und von Familienproblemen ("Wer hat denn heute noch richtige Familie"). Musikalisch bewegen sie sich jedoch auf Schwindel erregenden Höhen. Mit einer beeindruckenden Mischung aus exzellentem Gesang, kabarettistischer Komik und hinreissendem Sex-Appeal singen und tanzen sie sich quer durch weltbekannte Evergreens wie "Girls, Girls, Girls", das zu "Pearls, Pearls, Pearls" wird, "Oh mein Papa" oder "Green Green Grass of Home", wobei sich jeder noch so ernste Titel in einem Witz auflöst.
Der Mann am Klavier
Zuerst bleibt er eher im Hintergrund, der Mann am Klavier, doch dann wagt er sich aus dem Schatten seiner drei Grazien und zeigt, dass er ihnen in gar nichts nachsteht, weder mit seiner atemberaubenden Samtstimme noch mit seiner betörenden Mimik. Die Frauenherzen fliegen ihm zu, vor allem, als er auch noch eine Kostprobe auf dem Saxofon gibt. Ausgleichende Gerechtigkeit dafür, dass die Männerherzen von den attraktiven Sängerinnen ohnehin auf Dauertrab gehalten werden.
Szenenapplaus
Nach der Pause wird das traute Heim verlassen, werden die aufreizenden Nadelstreifenanzüge gegen tiefschwarze Tschadors getauscht, deren sich die "Pearls" bald mit einem frivolen Striptease entledigen. In rauschenden Roben geht es weiter nach Amerika, wo vom Tango über Boogie bis Twist alles betanzt und besungen wird. Für die Herz zerreissende Interpretation von "Cucurucucu Paloma" gibt es Szenenapplaus. Wen wunderts, dass das Publikum eine Zugabe nach der anderen fordert und sich erst nach einer unmissverständlichen Aufforderung auf den Heimweg macht: "Und jetzt schleichts eich!"
