Kontakt
Pressespiegel
Newsletter
Team
Galerie
Gästebuch
Rückblick
Links

Aus dem Tagblatt vom 11.02.2008: St. Galler Tagblatt AG
Rasant durch den Alltag geklopft
Christian Weiss, Daniel Schaub und Roman Riklin sorgten mit «Lieder aus der Vogelperspektive» für beste Unterhaltung

Goldach. Mit einem gekonnten Mix aus eingängigen Pop-Melodien und scharfzüngigen Texten sorgten Heinz de Specht für einen äusserst vergnüglichen «Special Event» in der ausverkauften Aula.

Corina Tobler

Ein einfacher Walking Base auf dem Cello eröffnete den Abend. Passend dazu der Titel des Songs, mit dem Heinz de Specht sachte bei Kultur i de Aula anklopfte: «Eifach». Doch nach dem sanften Einstieg in ihr Programm zeigten Christian Weiss, Daniel Schaub und Roman Riklin sogleich, dass sie auch anders können. Zunächst noch bemüht, in jedem Menschen die «guete Siite» zu besingen, begann der Specht, sich über nervige Telefonumfragen vor dem Nachtessen zu ärgern - was das Publikum hingegen dank des schauspielerischen Talents von Weiss und Schaub sehr amüsierte.

Aktuelles aus dem Alltag
Mit solchen Einlagen und ihren pointierten Texten verliehen die Künstler ihrem Programm «Lieder aus der Vogelperspektive» etwas Unberechenbares. Da war einmal die schwierige Beziehung zwischen Mann und Frau das Thema, dann wieder nahmen sie die gesamte Palette an Mundart-Hits als Baustein für den Song «Ich ha di Bern gha». Mit ihrem durchdachten «Denke» verwirrten sie dann jeden im Saal, um danach wieder zu höchst banalen Alltagsthemen zurückzukehren. Auch aktuelle Vorkommnisse wie Bundesrat Couchepins Versprecher oder der Sieg (!) des FC St. Gallen wurden nicht übergangen. Jedes Lied des Trios erzählte eine eigene Geschichte, die völlig zusammenhangslos und zufällig an die vorherige gereiht zu sein schien. Insgesamt aber zeichneten Heinz de Specht so ein gewitztes Bild unseres Alltags, versehen mit einer gehörigen Portion (Selbst-)Ironie. Das Publikum dankte mit lautem Gelächter.

Gesellschaftskritisch
Heinz de Specht machten sich aber nicht nur lustig, sondern sie kritisierten auch auf eindrückliche Art und Weise. Mit vordergründig witzigen Titeln wie "Eiertätsch" regten sie zum Nachdenken an. Im Lied streiten sich die braunen und die weissen Eier im Kühlschrank wegen ihrer Schalenfarbe. Weil sie die Sinnlosigkeit ihres Kampfes nicht einsehen, enden sie schliesslich allesamt als Rührei. Die Gesellschaftskritik war unmissverständlich.
Bei ruhigeren Liedern wie «Traum» wurde man nicht nur auf die sprachlichen, sondern auch auf die grossen musikalischen Fähigkeiten der Künstler aufmerksam. Das ganze Programm war gesanglich gekonnt und dynamisch differenziert vorgetragen.

Grosses musikalisches Können
Weiss und Schaub zeigten zudem ihr Können auf der Gitarre und Roman Riklin, unter anderem Komponist des Musicals «Ewigi Liebi», stellte seine Vielseitigkeit als Cellist, Akkordeonist, Gitarrist und feinfühliger Pianist unter Beweis. Der Charakter der poppigen Musik mit Einflüssen aus Jazz und Country spiegelte die textlichen Inhalte gut wider.
Die Kombination von Musik, Text und Komik war Unterhaltung pur - darüber war sich das Goldacher Publikum einig. So durften Heinz de Specht erst nach einigen Zusatzklopfern von der Bühne.

zurück