Aus dem Tagblatt vom 29.10.2007: St. Galler Tagblatt AG
Stimmakrobatik auf höchstem Niveau
Die Vokalformation "Mainstreet" begeistert zum Saisonauftakt von "Kultur i de Aula"
goldach. Mit einer abwechslungsreichen und musikalisch hochstehenden Show zog die A-cappella-Formation "Mainstreet" das Publikum in ihren Bann.
Corina Tobler
Die Aula Goldach platzte aus allen Nähten. Mehrere hundert Kulturfreudige erwarteten den Auftritt der A-cappella-Formation "Mainstreet". Die Österreicher waren als Höhepunkt angekündigt worden. Wieso, wurde beim Konzert schnell klar. Bereits beim ersten Titel sprang der Funke auf das Publikum über. Ohne Licht, nur mit dem Klang ihrer Stimmen eröffneten Willi Dussmann, Bernd Kronowetter, Christoph Wigelbeyer, Anita Horn und Antje Kohler den Abend. Was folgte, war ein musikalischer Leckerbissen, verbunden mit einem Training der Lachmuskeln.
Sprachbarriere überwunden
Mit viel Witz und schauspielerischem Talent erzählten die fünf Sänger Episoden aus dem Alltag, die sie dann in ihren Liedern parodierten. Elton Johns Hit "Circle of Life" nutzten sie beispielsweise, um sich über die ständigen Gewichtsschwankungen ihres Baritons Bernd Kronowetter zu amüsieren - ein ewiger Kreislauf. Auch sehr phantasievoll adaptierte "Mainstreet" die Disconummer "Born to Be Alive": "Bohr'n" erzählt die Geschichte eines bohrwütigen Zahnarztes. Das Publikum liess sich bald von der heiteren Stimmung anstecken, die anfängliche Sprachbarriere - Niederösterreichisch ist zuweilen ziemlich anspruchsvoll - war schnell überwunden.
Anspruchsvolle Titel
Zwischendurch gab es immer wieder ruhigere Lieder mit ernsterem Inhalt. Hier kamen die Stimmen der einzelnen Sänger, die alle eine klassische Gesangsausbildung haben, voll zum Tragen. Das musikalische Niveau war dementsprechend hoch. Besonders eindrucksvoll zeigte sich das bei jazzigen Titeln, deren komplexe Harmonien mit vielen dissonanten Vierklängen eine echte Herausforderung für die Sänger darstellten. Die Formation demonstrierte, was allein mit fünf Stimmen alles möglich ist. Zeitweise vergass man, dass sie a cappella sangen, so täuschend echt ahmten sie Instrumente wie Schlagzeug, Bass oder gar Trompete nach.
Verblüffende Soli
Die Höhepunkte des Abends waren die "Instrumentensoli". Anita Horns Trompeten- und Posaunensoli lösten wahre Begeisterungsstürme aus. Willi Dussmann verblüffte mehrmals mit variantenreichen Schlagzeugpassagen. Riesenapplaus erntete er für seine Version des E-Gitarren-Solos in "Hotel California". Wie er diesen Klang wohl zustande bringt? Die Goldacher konnten nur bewundernd den Kopf schütteln. Dass auch sie Musik im Blut haben, stellten sie am Ende des Konzerts unter Beweis. Lautstark klatschten und sangen sie bei "Hey Schnucki" mit. Unter riesigem Applaus und erst nach drei Zugaben verabschiedete sich "Mainstreet".
"Absolut zufrieden"
Die Österreicher zeigten sich vom Publikum "schlichtweg begeistert" und Veranstalter Guido Schwalt war "absolut zufrieden". Innert nur zwei Tagen seien die Konzerte ausverkauft gewesen. Schwalt stellte erfreut fest: "Die mittlerweile mehrjährige Tradition, die Saison mit a cappella zu beginnen, hat sich wieder ausgezahlt. Das war ein super Auftakt!"
